Pressenotiz aus "DATE UP" Nr. 3/98 von Phoenix Contact
INTERBUS-Applikation: Energiemanagement mit Interbus via Glasfaser
Energiekosten im Griff
Die Stone Europa Carton produziert an verschiedenen Standorten in Deutschland Faltschachtelkarton und Wellpappenrohpapiere. Im Werk Hoya wurde bei der umfassenden Modernisierung und Erweiterung der eigenen Kraftwerke, bestehend aus zwei Dampfturbinen und einer Gasturbine mit einer Gesamtleistung von 11,3 MW, ein neues Energiemanagement installiert.
Das von der Firma Cohrs + Partner AUTOMATISIERUNGS GMBH aus Harpstedt (jetzt Groß Ippener) projektierte und installierte System nutzt INTERBUS zur Übertragung sämtlicher relevanter energietechnischer Informationen.
Ein wichtiges Entscheidungskriterium für INTERBUS: Die bereits vorhandenen LWL-Kabel, die die einzelnen Gebäude vernetzen. Sie konnten für den Einsatz von INTERBUS benutzt werden, sodaß die erheblichen Kosten für die Verlegung von neuen Leitungen entfielen. Neben den Interbus Informationen werden auf den ca. 1.100 m Glasfaserkabeln auch datentechnische Informationen sowie Monitorsignale (RGB) via Ethernet übertragen.
Als Zentralstation des Energiemanagementsystems dient eine SPS A500 von AEG Schneider. Von dort aus zieht sich das INTERBUS-Netz durch die sechs Gebäude, in denen sich jeweils ein Datenverteilerschrank mit Patch-Feld und ein INTERBUS-Koppler befinden. Über die INTERBUS I/O-Module werden alle Meßwerte und Zählimpulse der Energieverbräuche sowie der Energieerzeugung aus dem eigenen Kraftwerk über die LWL-Strecken an die SPS Übertragen.
Eine Vernetzung auf konventionelle Art und Weise hätte aufgrund der durch die Vielzahl von leistungsstarken Antrieben stark EMV-verseuchten Gebäude einen erheblich höheren Aufwand bei der Verkabelung sowie Schutzmaßnahmen gegen Überspannungen und Potentialdifferenzen bedeutet.
Oberhalb der installierten SPS agiert das Prozeßleitsystem FIX32 als Energiemanagementsystem. Die Kommunikation zur SPS wurde über Modbus realisiert. Von hier aus gehen alle Informationen zu vier Bildschirmen, die in den einzelnen Gebäuden installiert wurden und über LWL Ethernet an das Prozeßleitsystem angebunden sind. Diese vier Bildschirme geben dem Bedienpersonal vor Ort alle Informationen über die Energiezustände des kompletten Werks und dies ermöglicht eine Optimierung der Verbräuche.
Ziel ist es, den mit dem Energieversorgungs-Unternehmen (EVU) vertraglich festgelegten 15-Minuten-Maximalwert nicht zu überschreiten, da sonst erhebliche Mehrkosten entstehen. Diese würden selbst bei einer einmaligen Überschreitung des Maximalwertes die Kosten des neu installierten Systems überschreiten.